Weil meine Kunden verstehen wollen, was sie bekommen. Ich führe meine KI-Agentur aus Dubai, und in mehr als 90 Prozent meiner Projekte gehören Coaching und Beratung fest zur Lieferung. Niemand möchte eine Blackbox, und 10 Automationen, die auf einmal übergeben werden, nutzt am Ende kein Mensch.

Ich komme aus dem Marketing, und dort war die Abmachung früher einfach: Der Kunde gab der Agentur ein Projekt, vertraute darauf, dass sie liefert, und die Agentur erledigte die Arbeit als Dienstleister. In den letzten zwei Jahren hat sich das mit KI vollständig verändert. Unternehmer, deren Firmen achtstellige Umsätze im Jahr machen, sagen mir heute, dass sie selbst lernen wollen, damit zu arbeiten. Aktuell habe ich genau ein einziges Projekt, bei dem der Kunde nicht verstehen möchte, was ich für ihn baue. Für mich, der von Dubai aus für Unternehmer bis in die Schweiz arbeitet, entscheidet dieser Wandel darüber, was ich verkaufe, wie ich ein Projekt aufteile und was dem Kunden bleibt, wenn ich fertig bin. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie ich meine Projekte danach baue.

Kunden kaufen keine Blackbox mehr

Das alte Agenturmodell ging davon aus, dass der Kunde nicht wissen muss, wie das Ergebnis entsteht. Mit KI ist diese Annahme verschwunden, und als ich meine Kunden in einem Interview beschrieben habe, war das Muster bei allen dasselbe: Jeder will es verstehen, und keiner will eine Blackbox.

Deshalb sind Coaching und Beratung in mehr als 90 Prozent meiner Arbeit enthalten. Ein Projekt beginnt immer mit Beratung, in der ich die Strategie entwerfe und verbessere. Danach setzen wir sie um, und nach jedem Meilenstein schule ich das Team, coache es und beantworte seine Fragen. Am Ende hat der Kunde sein eigenes System, und seine Produktivität ist spürbar gestiegen. Der Teil, in dem der Kunde lernt, ist dabei kein Zusatz obendrauf, denn für die meisten ist er der eigentliche Grund, warum sie mich beauftragt haben.

Bauen ist billiger geworden, deshalb wird Verstehen zum Produkt

Ich bin kein Entwickler und baue trotzdem sehr gute Systeme, weil die KI die Entwicklung gemeinsam mit mir erledigt. Genau deshalb erwarte ich, dass die Entwicklung selbst für KI-Agenturen immer weniger zählt, während Strategie, das Geschäftliche, die Beratung und das Coaching immer wichtiger werden.

Mein eigener Arbeitstag zeigt, wie weit das schon geht. Als Inhaber einer KI-Agentur in Dubai habe ich mein Claude Code 16 Stunden am Tag offen, und in einer Woche hatte ich meinen Rekord mit 101 Agenten, die gleichzeitig für mich gearbeitet haben. Wie lange ich allein dafür gebraucht hätte, kann ich gar nicht sagen. Wenn das Bauen so schnell geht, verschiebt sich der Engpass zum Kunden. Dann zählt die Frage, ob er versteht, was gebaut wurde, ob sein Team es nutzt und ob er den nächsten Schritt entscheiden kann. Eine Agentur, die nur das Bauen liefert, verkauft genau den Teil, der laufend billiger wird.

Zehn Automationen auf einmal heißt, dass keine genutzt wird

Der zweite Grund für das Coaching ist das, was passiert, wenn ein Kunde zu viel auf einmal bekommt. Unternehmer haben wenig Zeit, und jeder meiner Kunden hat neben meinem Projekt viele andere Vorhaben am Laufen. Würde ich einem Kunden morgen 10 Automationen übergeben, wäre er überfordert und könnte keine einzige davon wirklich einsetzen.

Dasselbe habe ich schon in meinen Jahren im Marketing erlebt. Wer mit einem Kunden zu viele Projekte gleichzeitig vorantreibt und jedes davon erst zu ein paar Prozent fertig hat, verliert den Kunden dabei aus dem Blick. Jeder möchte stattdessen einen schnellen Erfolg, also ein Ergebnis, das er bald nutzen kann, und kein großes System, das er auf einen Schlag aufnehmen muss. Für mich lautet die Frage deshalb immer auch, wie viel ein Team auf einmal aufnehmen kann und in welcher Reihenfolge ich liefere, damit jeder Schritt genutzt wird, bevor der nächste kommt.

Vier Meilensteine in vier Monaten, mit Coaching dazwischen

Meine Antwort darauf ist eine Planung in Meilensteinen. Statt ein großes Projekt am Stück zu verkaufen, teile ich es in vier Meilensteine über vier Monate auf. Der Kunde sieht, was er im ersten, zweiten, dritten und vierten Monat bekommt und welche Ergebnisse jeweils dazugehören. Nach jedem Monat hat er etwas, an das er sich gewöhnen kann, bevor der nächste Teil kommt.

Zwischen den Meilensteinen liegen die Coachings, für den Inhaber und für sein Team. Während sie lernen, mit dem ersten Teil zu arbeiten, baue ich bereits den nächsten und danach den übernächsten. In diesem Rhythmus wird aus einem KI-Projekt keine reine Übergabe, er verändert die Art, wie das Unternehmen arbeitet. Außerdem behält der Kunde die Kontrolle, weil jeder Monat mit etwas endet, das er bereits nutzt und versteht, bevor er dem nächsten Teil zustimmt.

Der erste Monat entscheidet, ob wir weitermachen

Das Modell mit Meilensteinen löst auch die Frage des Vertrauens, und ohne Vertrauen kommt überhaupt kein Auftrag zustande. Viele Kunden kennen mich noch nicht gut genug, um sich gleich auf den ganzen Fahrplan festzulegen. Deshalb ist der erste Monat ein abgeschlossenes Projekt für sich, und nach diesem Monat entscheidet der Kunde selbst, ob er mit mir weitergeht.

Alles ist auf einem gemeinsamen Fundament gebaut, sodass jeder weitere Meilenstein auf dem vorherigen aufsetzt, falls wir weitermachen. Der Kunde sieht den ganzen Fahrplan vom ersten Tag an und erlebt trotzdem schnell einen ersten Erfolg, weil das erste Projekt sehr zügig fertig ist. Genau diesen Teil lieben meine Kunden, denn sie müssen keinem großen Plan blind vertrauen und beurteilen erst einen Monat echter Arbeit mit Coaching, bevor sie entscheiden.

Fazit: Coaching gehört zur Lieferung, weil Kunden Verständnis kaufen

Warum enthalten also mehr als 90 Prozent meiner KI-Projekte ein Coaching? Weil das Bauen heute nicht mehr der knappe Teil ist. Kunden wollen ihre Systeme verstehen, sie können immer nur einen Schritt auf einmal aufnehmen, und über den nächsten Schritt entscheiden sie erst, wenn sie den ersten funktionieren sehen. Weil jeder Meilenstein mit einem Coaching endet, wächst das Team mit dem System, das es täglich nutzt.

Das gilt für die Unternehmer, mit denen ich von Dubai aus arbeite, und ich erwarte, dass Beratung und Coaching für jede KI-Agentur von nun an wichtiger werden. Wenn Sie ein KI-Projekt planen, fragen Sie Ihren Anbieter zuerst nach dem ersten Meilenstein und nach der Schulung, in der Ihr Team lernt, damit zu arbeiten, und erst danach nach dem gesamten Umfang.