Weil die meisten Käufer ihn nie zu Ende sehen. Nach den Zahlen, die ich kenne, schauen nur 3 bis 12 von 100 Käufern einen Online-Kurs wirklich durch, und nur 48 fangen überhaupt an. Wer 2026 Wissen verkauft, plant deshalb live, denn dort sind die Menschen tatsächlich dabei.

Ich war lange auf Online-Kurse spezialisiert und habe mich selbst Online-Kurs Ghostwriter genannt, so wie es Ghostwriter für Bücher gibt. Ich habe Kurse für Unternehmer gebaut, mit einem Ablauf, der dem Kunden wenig Aufwand macht, und kenne deshalb die Zahlen aus der Praxis. Heute führe ich meine KI-Agentur von Dubai aus und arbeite für Unternehmer im deutschsprachigen Markt. Den Kursbereich habe ich Anfang des Jahres auslaufen lassen, weil ich gesehen habe, dass die Online-Kurskunden weniger werden. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Zahlen dahinterstehen und warum ein Kurs trotzdem Leads bringen kann. Danach beschreibe ich, wie ich Kurse für beschäftigte Unternehmer gebaut habe und warum ich für mein eigenes Angebot auf Live setze.

Von 100 Käufern fangen 48 an, und nur 3 bis 12 sehen den Kurs zu Ende

Ich habe eine strenge Meinung dazu: Obwohl ich Online-Kurse im Blut habe, würde ich selbst nie wieder einen aufgezeichneten Kurs machen. Wie viele von 100 Käufern einen Kurs wirklich durchschauen? Meine Antwort lautet 3 bis 12 Prozent, und ich kenne diese Zahlen aus meiner eigenen Arbeit. Noch deutlicher ist die Zahl derer, die überhaupt anfangen, denn das sind nur 48 Prozent, also startet die Hälfte nicht einmal. Das ist die Regel, und deshalb bin ich in diesem Geschäft nicht mehr aktiv. Der Traum, einmal aufzunehmen und über Jahre zu verkaufen, war zu Covid oder nach Covid noch ein Thema, danach ging es mit den Online-Kursen nach unten. In der Praxis gibt es diesen Traum so nicht mehr, und ich habe diese Entwicklung in meinem eigenen Geschäft miterlebt.

Wer aufgezeichnete Kurse verkauft, verkauft Name, Landingpage und Versprechen

Wenn die Hälfte der Käufer nicht einmal anfängt, ist der Inhalt nicht das, was verkauft wird. Man verkauft den Namen, die Landingpage und das Versprechen. Auf die wenigen Prozent, die einen Kurs beenden, muss man sich kaum konzentrieren. Manche Käufer zahlen mehrere tausend Euro und schauen den Kurs trotzdem nicht an, und das ist nach meiner Erfahrung die Regel. Warum wir die Online-Kurse eigentlich gemacht haben, war deshalb die Lead-Generierung: Wenn jemand den Kurs geschaut hat, war das ein Bonus, und wir haben den Kurs als bezahlten Lead Magnet genutzt. Dazu kommt, dass wir Wissen heute mit einer Frage in Claude bekommen, weshalb ich alles Aufgezeichnete aussterben sehe. Ich halte 2026 nichts mehr von Online-Kursen und würde keinen anraten, obwohl ich selbst Kurse gebaut habe.

Unternehmer investierten 4 bis 6 Stunden statt 40 in ihren Kurs

Meine Kunden waren hauptsächlich Unternehmer, und ich habe einen sehr guten Draht zu Unternehmen, besser als zu Selbstständigen. Für sie hat es Sinn gemacht, 4 bis 6 Stunden in einen Online-Kurs zu investieren statt 40, weil ihr Stundensatz so viel wert ist. Für Selbstständige war eher ein Angebot passend, bei dem sie den Kurs mit mir gemeinsam bauen. Für beschäftigte Unternehmer habe ich ihn einfach für sie gemacht. Dazu habe ich über die Jahre einen Ablauf entwickelt, der dem Kunden das Wissen mit wenig Aufwand entlockt: aus einem Onboarding Formular das Inhaltsverzeichnis, dann ein Fragebogen im Interview, dann das Skript in der Stimme des Kunden und zuletzt die Folien, die er aufnehmen konnte. Das Angebot hat gut gepasst, und die Branchen reichten von Gesundheit bis Immobilien.

Live ist das neue Gold, und ohne Termin im Kalender passiert nichts

Als ich gesehen habe, dass die Online-Kurskunden weniger werden, stand ich vor zwei Wegen: den Kursbereich mit Krampf noch einmal zu pushen oder gleich etwas Neues zu starten. Ich habe ihn Anfang des Jahres fließend auslaufen lassen und danach mit KI begonnen. Mit Krampf an einem schwächer werdenden Geschäft festzuhalten, wollte ich nicht. Live ist für mich auch einfach das neue Gold. Ich plane selbst ein Bootcamp für Unternehmer rund um Claude und überlege sogar, die Aufzeichnung gar nicht herauszugeben. Wer live dabei sein muss, bindet sich, denn wie ich es sehe: „Wenn es nicht im Kalender steht, dann macht man es nicht." Ich selbst bin da eine Ausnahme, denn ich schaue mir gern Aufzeichnungen an. Allerdings tue ich das wie bei einem Podcast, beim Zähneputzen oder Frühstücken.

Fazit: Wer 2026 Wissen verkauft, plant einen Live Termin

Warum empfehle ich also keinen aufgezeichneten Online-Kurs mehr? Weil nur 3 bis 12 von 100 Käufern ihn tatsächlich zu Ende sehen, nur 48 überhaupt anfangen und der Inhalt per Frage in Claude ohnehin schnell zu haben ist. Ein Kurs verkauft dann Namen, Landingpage und Versprechen und taugt am ehesten als bezahlter Lead Magnet, wie wir ihn damals auch genutzt haben. Selbst meine Kunden, die Unternehmer, haben für ihren Kurs nur 4 bis 6 Stunden investiert, weil ihre Zeit zu viel wert war. Bei meinem eigenen Bootcamp für Claude überlege ich deshalb, die Aufzeichnung gar nicht herauszugeben. Wenn Sie 2026 Wissen weitergeben wollen, fragen Sie sich vor dem ersten Aufnahmetag, ob dieselbe Wirkung in einem Live Termin erreichbar ist, den sich Ihre Teilnehmer fest in den Kalender eintragen.